Kastrationen
AKTUELL:
Das Kastrationsprojekt 2011 ist in Vorbereitung
Hier nun Infos und Bilder über unser Kastrationsprojekt 2010:
Jumilla ist eine der nördlichsten Städte der Region Murcia. Sie hat 22.100 Einwohner und liegt ca. 2 Autostunden von Alicante entfernt im Landesinneren Spaniens.
Im Oktober 2009 war es mir möglich diese, für ihren Wein weltweit bekannte Stadt, kennen zu lernen. Die Tierschutzorganisation 4Patas Jumilla hatte unser Interesse geweckt, weil es Ihnen gelungen war den Bürgermeister von der Notwendigkeit eines Tierheimes zu überzeugen. In dieser Region Spaniens waren bisher nur Perreras, so genannte Tötungsstationen, bekannt.
Mit einem, mit Sachspenden voll gepackten Auto steuerte ich auf meiner 5-wöchigen Reise u.a. Jumilla an. Die Straßen waren nur im Schritttempo befahrbar, alle paar Meter ein Ausweichmanöver aufgrund streunender Hunde. Kadaver von Katzen und Hunden so weit das Auge reichte. Ich war erschüttert von dem mir gebotenen Bild dieser Stadt. Zu allem Überfluss fuhr ich an einer Zoohandlung vorbei, in dem ein Welpe in einem Glaskasten auf Sägespänen saß, in dem er sich kaum drehen konnte. Ein Lüftungsschacht sorgte dafür, dass diese arme Kreatur „belüftet“ wurde. Schnell merkte ich den Unterschied zu so genannten Touristenzentren, in denen die Hunde systematisch eingefangen werden, um die finanzstarken Touristen nicht zu belästigen.
Pepa, Irene und viele Tierschutzkollegen von 4Patas Jumilla nahmen mich herzlich auf. Ihre Tierschutzarbeit ist einfach hervorragend. Sie haben es geschafft den Bürgermeister der Stadt, Francisco Abellán Martinez, von der Notwendigkeit eines Tierheimes zu überzeugen. Zudem arbeiten sie mit den Schulen und den Medien an der Aufklärung in Sachen Tierschutz und an der Notwendigkeit von Kastrationen. Sie präsentierten mir stolz ihr neues, noch leeres, Tierheim und räumten mir einen Termin bei Medio Ambiente ein, die zuständige Stelle im Rathaus in Sachen Tierschutz.
Inzwischen hat das Tierheim seine Pforten geöffnet, es leben zur Zeit 90 Hunde dort. Die umliegenden Städte haben nach wie vor kein Tierheim und bestreiten die Streunerproblematik mit deren unkontrollierter Fortpflanzung und töten die Tiere vor Ablauf der gesetzlichen Frist.
Das Engagement von 4Patas Jumilla sowie die überaus große Bereitschaft zur Mithilfe und Finanzierung der Stadt Jumilla veranlassten uns dazu, hier ein Projekt ins Leben zu rufen. Die überaus hohe Zahl an herumstreunenden Hunden veranlasste uns dazu bei dem ETN e.V. um Hilfe zu bitten. Nun ist es endlich so weit:
Der Verein Perros de Catalunya e.V. wird gemeinsam mit ETN e.V. ein Kastrationsprojekt in Jumilla durchführen. Anfang Juli 2010 werden knapp 500 Hunde der Region kastriert. Frei laufende Hunde und Katzen, deren Herrchens/Frauchens finanzielle Situation eine Kastration nicht zulässt sowie die Hunde und Katzen der Tierheime und Tierschützer mit geringen finanziellen Mitteln und natürlich Straßenhunde werden von den Tierärzten des ETN e.V. kastriert, das einzige Mittel um dieser aussichtlosen Situation Herr zu werden.
Inzwischen liegen alle schriftlichen Genehmigungen vor und die Kastrationsaktion kann beginnen. Nicht nur der Bürgermeister ist von diesem Projekt überzeugt, selbst die ortsansässigen Tierärzte werden einen Blick auf die modernen Operationsverfahren der ETN Tierärzte werfen, um diese weiter anwenden zu können. Selbst Tierärzte aus Nordspanien werden anreisen, um diese Gelegenheit der Fortbildung zu nutzen.
Nachtrag: Wir konnten knapp 700 Tiere kastrieren. Alle umliegenden Tierheime, die noch nicht mal Geld für Futter ihrer Tiere hatten, konnten die kostenlosen Service in Anspruch nehmen. Sozial schwache Familien brachten ihre Tiere. Wir konnten mit Lebendfallen Tiere einfangen und kastriert wieder auswildern. 4 Radiosendungen, 3 TV Reportagen und eine im TV übertragene Pressekonferenz mit dem Bürgermeister der Stadt trugen zur Öffentlichkeitsarbeit bei.
Hier ein paar Eindrücke unserer Arbeit: